Nephrologisches Zentrum Moers

Gemeinschaftspraxis für Nieren- und Hochdruckkrankheiten

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Ernährung

Information zur phosphatarmen Ernährung bei Nierenerkrankungen

Bei Gesunden wird Phosphat im Darm aus der Nahrung aufgenommen und der Überschuss über die Nieren ausgeschieden. Eine funktionsgestörte Niere ist nicht mehr in der Lage, eine ausreichende Entfernung des Phosphates zu gewährleisten. Diese Störung ist umso ausgeprägter, je schlechter die Nierenfunktion ist. Insbesondere also bei Patienten, die ein Nierenersatzverfahren benötigen, wird dies zu einem Problem. Auch die Dialyseverfahren können nur eine begrenzte Menge Phosphat aus dem Körper eliminieren.

Steigt der Phosphatspiegel im Blut, kann es zu Verkalkungen in den Gefäßen, den Weichteilen und dem Gewebe, sowie zur Entkalkung der Knochen mit der Gefahr von Knochenbrüchen kommen. Hohe Phosphatwerte verursachen auch Juckreiz, Knochenschmerzen und Muskelschmerzen.

Andererseits wird dem Dialysepatienten eine eher eiweißreiche Ernährung zur Vermeidung von Muskelabbau und Schwäche empfohlen. Dies ist insofern ein Problem, da eiweißreiche Nahrungsmittel meist größere Mengen Phosphat enthalten.

Zur Kontrolle des Phosphates sind drei Punkte besonders wichtig:

1. Ernährung

Die Phosphataufnahme mit dem Essen sollte pro Tag nicht über 1000 mg liegen.

Wichtige Hinweise für eine phosphatarme Ernährung:

  • vermeiden Sie Schmelzkäsezubereitungen jeder Art, Kochkäse, Milchpulver, Kondensmilch und Nüsse. Auch Leber und Sauerteigbrot enthalten höhere Mengen an Phosphat.

  • essen Sie Hart- bzw. Schnittkäse nur selten und in kleinen Mengen.

  • bevorzugen Sie Käse wie Quark, Frischkäse, Camembert, Briekäse, Mozzarella, Harzer Roller, Limburger.

  • alle "flüssigen" Milchprodukte enthalten viel Kalium und Phosphor, trinken Sie deshalb nicht mehr als 1/8 Liter Milch, Buttermilch oder Joghurt am Tag

  • statt Milch können Sie 1/3 Sahne und 2/3 Wasser verdünnen und dann wie Milch verarbeiten, beispielsweise für Pfannkuchen, Pudding und Kartoffelbrei

  • vermeiden Sie Lebensmittel und Getränke, denen Phosphat zugesetzt wurde. Sie können die Phosphatzusätze an folgenden E - Nummern erkennen: E 338, E 339, E 340, E 341, E 450 a, E 450 b, E 450 c, E 540, E 543, E 544. Dazu zählen auch die meisten sog. "Softdrinks".

2. Medikamente, sogenannte "Phosphatbinder"

Meist gelingt es nicht, nur mit Diät allein die Phospatwerte im Normalbereich zu halten.

Deshalb benötigen fast alle Patienten zusätzlich sogenannte Phosphatbinder, wie z.B. Calciumacetat, aluminiumhaltige oder -freie Phosphatbinder. Diese binden zumindest einen Teil des Phosphates, das in der Nahrung enthalten ist, bereits im Magen-Darmtrakt, dieses wird dann nicht in das Blut aufgenommen, sondern über den Darm wieder ausgeschieden. 

Es ist daher sehr wichtig, dass Sie die vom Arzt verordneten Phosphatbinder in der richtigen Menge einnehmen und zudem die Einnahmevorschriften auf Ihrem Medikamentenplan beachten.

3. Dialysebehandlung

Eine weitere Möglichkeit, Phosphat aus dem Körper zu entfernen, ist auch die Dialysebehandlung. Deshalb ist eine qualitativ hochwertige Dialyse von großer Bedeutung, wenn man möglichst normale Phosphatwerte erreichen möchte. Mit der Dialyse können jedoch nur etwa 2000 mg Phosphat pro Woche entfernt werden.

Im Rahmen der Dialysebehandlungen bieten Ihnen speziell geschulte Ernährungsfachkräfte Schulungen an, um auch eine für sie optimale Nahrungszusammenstellung zu ermöglichen.