Nephrologisches Zentrum Moers

Gemeinschaftspraxis für Nieren- und Hochdruckkrankheiten

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Dialyse-Qualität

Alle heute verfügbaren Dialyseverfahren können die Leistung gesunder Nieren nur unvollständig ersetzen. Dies betrifft die drei wesentlichen Funktionen der Nieren:

  • Entgiftung
  • Ausscheidung von Wasser und Salzen
  • Bildung und Regulierung von Hormonen

Alle Dialyseverfahren sind ein Kompromiss zwischen einerseits möglichst guter Dialyse und andererseits der Belastung des Dialysepatienten durch die Dialyse selbst. Am Ende aller Bemühungen stehen die Lebensverlängerung bei möglichst hoher Lebensqualität. Lebensverlängerung und Lebensqualität werden mitbestimmt durch

  • Die Entgiftungsqualität

Für eine gute Entgiftung ist die Dialysezeit von herausragender Bedeutung. Eine dreimal wöchentliche Dialysebehandlung von mindestens 4 Stunden stellt das Minimum einer qualitativen Dialyse dar. Abhängig vom Körpergewicht und Lebensaktivität sind 4,5 bis 5,5 Stunden pro Behandlung notwendig.

Warum ist die Zeit so wichtig? Giftstoffe und überschüssiges Wasser sammeln sich zwischen den Dialysen im gesamten Körper an, nicht nur im Blut. Bei der Dialyse entfernen wir zunächst nur alles Schädliche aus dem Blut; aus dem Gewebe müssen Giftstoffe und  Wasser nachströmen, und das geht nicht beliebig schnell. Wir müssen dem Körper also hierfür Zeit lassen.

Neben der Zeit ist ein Blutfilter mit einer ausreichend großen Oberfläche wichtig. Auch das Filtermaterial sollte hochwertig sein. Hochwertigkeit heißt gute Verträglichkeit mit dem Patientenblut (sog. Biokompatibilität).

Der beste und größte Filter ist nutzlos, wenn nicht genug Blut während der gesamten Dialysezeit hindurchfließt. Gute Blutflüsse liegen bei ca. 300 ml/Min, also mehr als einem viertel Liter Blut pro Minute.

Das kann nur mit einem Shunt funktionieren, der auch genug Blut liefert. Shuntprobleme können also eine gute Entgiftung verhindern, obwohl sonst alles „nach Vorschrift“ und auch ausreichend lange läuft.

Der nächste wichtige Aspekt der Dialysequalität ist die Qualität der Dialysierflüssigkeit. Allgemein verbreitet sind Umkehrosmoseanlagen, die sehr reines Wasser herstellen. Trotzdem kann es nach dieser Anlage in den Rohrsystemen und in der Dialysemaschine selbst zu Bakterienwachstum kommen. Regelmäßige Überwachung des Dialysewassers ist also eine qualitätssichernde Maßnahme. Als zusätzliche Sicherheit wird in vielen Dialysezentren, so auch bei uns, das Dialysewasser unmittelbar vor dem Kontakt mit dem Patientenblut nochmals steril gefiltert. Dies bedeutet einen erheblichen zusätzlichen Aufwand, von dem der Patient zunächst nichts bemerkt, aber sicher langfristig profitiert.

  • Die Vermeidung von Komplikationen

Viele Komplikationen melden sich an, vorausgesetzt, die Anzeichen hierfür werden auch erkannt. Bedingungen dafür sind gut ausgebildete Mitarbeiter im Dialyseteam, eine besonnene Organisation des Dialyseablaufs, die Einhaltung der Hygienerichtlinien und erfahrene Ärzte, die ihre Patienten regelmäßig und in Ruhe betreuen.

Die korrekte Einschätzung des Sollgewichts, ggf. auch mit Ultraschall der Bauchgefäße oder Röntgen der Lunge verhindert schlecht eingestellten Blutdruck und Herzbelastung.

Die regelmäßige Betrachtung des Shunts, eine saubere und sichere Punktionstechniken lassen den Shunt länger leben. Shuntverschlüsse melden sich oft mit schlechten Blutflüssen oder hohen „venösen“ Drucken an, hierfür finden in unseren Zentren regelmäßige Messverfahren zu deren Erkennung statt.

Eine gute Blutdruckeinstellung vermindert eindeutig Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsprobleme der Beine. Besonders bei Diabetikern ist dies von herausragender Bedeutung.

Große Aufmerksamkeit ist bei Diabetikern geboten bezüglich ihrer Füße. Hier melden sich großen Katastrophen bisweilen mit kleinen Druckstellen an. Durch regelmässige Begutachtung und fachkompetente Versorgung Ihrer Füße versuchen wir mit Ihnen zusammen, dieses Risiko zu minimieren.

Vielen Dialysepatienten ist schwer zu vermitteln, wie überaus wichtig ein möglichst niedriger Blut-Phosphatwert ist. Phosphat-Erhöhungen spürt der Patient in der Regel nicht (allenfalls einmal mit Juckreiz bei erheblichen Entgleisungen), trotzdem führt das erhöhte Phosphoat über die Jahre zu Verkalkungen der Blutgefäße und der Herzklappen. Hier spielt die Mitarbeit des Patienten eine überragende Rolle, da wir das Phosphat selbst mit der besten Dialyse nicht ausreichend entfernen können.

  • Die Zufriedenheit des Patienten

Unzufriedenheit bedeutet Stress, und der bekommt gerade dem Dialysepatienten besonders schlecht. Patienten, die sich während der dreimal wöchentlichen Dialysen wohl und verstanden fühlen und die entspannt sind,  haben weniger Komplikationen. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine solche Zufriedenheit trotz chronischer Krankheit sind

  • ein positiv gestimmtes Dialyseteam
  • gute Umgangsformen zwischen Patient und Dialyseteam
  • gut ausgebildete, erfahrene Dialysemitarbeiter
  • eine ruhige und konzentrierte Organisation des gesamten Behandlungsablaufs
  • eine gute Dialysequalität
  • eine freundliche  Umgebung während der Dialysen
  • frische und schmackhafte  Mahlzeiten während der Dialysen
  • die Annahme des Patienten als eigenverantwortliche Person
  • ein verantwortungsbewusster Patient